Der, der kommt, ist nicht der, den du erwartet hast...

Philipp Gasser hat sich seit seinen künstlerischen Anfängen mit der Zeichnung beschäftigt. Dies ist bis heute, wo er vornehmlich medial arbeitet, so geblieben. Obwohl als einfache Projektionen inszeniert, entwickeln seine Animationen eine physische Sogwirkung. Sie greifen aus dem Bild hinaus und involvieren die Betrachter physisch.
Wie die Mehrzahl seiner Installationen bezieht sich auch "Der, der kommt, ist nicht der, den du erwartet hast..." (1999) auf eine alltägliche, sozusagen kleine Geschichte. Menschen kommen auf uns zu, winken, gehen dann aber haarscharf an uns vorbei: eine Inszenierung rund um das Thema Wahrnehmung, über Ferne und Nähe und im Subtext vielleicht auch eine Geschichte über eine gescheiterte Liebe. Damit ist auch die Melancholie ins Spiel gebracht: das Scheitern als Motivation und Ursprung der Kunst.
Text zur Ausstellung "The art of failure"
Kunsthaus Baselland, Muttenz, 2007
Kuratorinnen: Claudia Spinelli und Sabine Schaschl
"Der, der kommt, ist nicht der, den Du erwartet hast..." ist eine Installation, die gezeichnete Animations - Sequenzen aus dem Computer nach einem vorbestimmten Skript nonlinear abspielt. D.h. durch den Computer wird es erst möglich, diese 6 Animationssequenzen, die je aus etwa 80 Bildern bestehen, durch ein Programmskript immer neu zusammensetzen zu lassen. Die Animationssequenzen spielen mit dem Wahrnehmungsphänomen Nähe - Entfernung.
Erst ab einer gewissen Distanz ist ein Mensch sichtbar, spürbar und ansprechbar. Durch die Reduktion der Bildinformation auf den Strich findet eine Verstärkung und Verdichtung der Begegnungssituation statt. Jede Regung, jede kleinste Veränderung beim Vorbeigehen wird verstärkt wahrgenommen."
"The art of failure", Kunsthaus Baselland, Muttenz 2007
Der, der kommt, ist nicht der,
den du erwartet hast..., 1999
macmini, Projektor, Leinwand (Brett im Verhältnis 3:4)
"The art of failure", Kunsthaus Baselland, Muttenz 2007